Mit ihrem umfangreichen und langfristig angelegten Projekt Decadent Void konzentriert sich Katja Hoffmann auf das Gefühl der temporären Einsamkeit des Einzelnen und die potentiellen Ausmaße einer individuellen Grauzone innerhalb dieser Gesellschaft. Ihre Photographien liefern dabei Puzzlestücke zu einem abstrakten Gebilde.
„Das Wissen, dass ich im Grunde nichts verstehe von dem, was ich eigentlich wissen sollte. Auf der Suche nach Erklärungen von Zuständen bleibt mir das Bild als Erinnerung an Ungereimtkeiten und die Abwesenheit eines gültigen Codes. Das stete Gefühl, dass es immer zuviel ist und dann gleich wieder zu wenig. Sattheit ohne Hunger. Zuviel Information auf einmal von überall her. Ich wünschte, dass man seine eigene Verstörtheit in meinen Bildern wiedererkennt. Die definitiv verlorene Unberührtheit, Unschuld und Gelassenheit der Mitwelt und mein Unvermögen, diesen Umstand begreifen und mit meinen Ansprüchen in einen milden Einklang bringen zu können, bleibt für mich das ewige Geheimnis. Der Zustand des Außenseiters scheint mir unvermeidlich und immer gegenwärtig zu sein – in mir und in dem Verhalten der anderen Menschen, in unseren Gesten, unseren Posen, in dem, was wir tun, womit wir uns umgeben, in den von uns geschaffenen Bauwerken und Produkten und deren Überresten – Hässlichkeiten, Traurigkeiten, ungekannter Schönheit, Sehnsüchten, Angst.“
With her extensive long-term project Decadent Void, Katja Hoffmann focuses on the feeling of temporary loneliness and contemplates the potential extent of an individual grey area in our society. With the photographs, she provides the pieces of an abstract puzzle.
‘Knowing that I basically don’t know anything about what I actually should know. In the search for explanations for states of being, the image remains as a memory of inconsistencies and the absence of a valid code. The continuous feeling that it is always too much and then immediately too little again. Being full without hunger. Too much information at once, from everywhere. I hope that beholders will be able to recognize their own distraught state in my pictures. That definitely lost untouched state, the innocence and equanimity of those around me, and my inability to understand this fact and to harmonize it with my standards, remains for me an eternal mystery. The state of being an outsider seems unavoidable to me, and always present – in me and in the behaviour of other people, in our gestures, our poses, in what we do and what we surround ourselves with, in the buildings created by us, and products and their remains – uglinesses, sadnesses, unknown beauty, longings, fear.’
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