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Pia Arnström

Malerei | Biographie

Gerald Heidegger

Uns steht das Wasser bis zum Hals. Täglich sind wir mit einem Übermaß an bildlicher Information konfrontiert. Pia Arnströms Three Gorges steht paradigmatisch für eine malerische Auseinandersetzung mit einer Welt, die überfrachtet ist von Bildlichem. Man muss kein Kunsthistoriker sein, um zu spüren: Ikonographien verfolgen uns bis in den kleinsten Winkel des Alltags; und jeder kleinste Winkel ist mittlerweile nobilitierbar – als Hochglanz-, Leinwand- oder Elektronik-Bild. Die Malerei kann sich schon lange nicht mehr entscheiden. Mimesis versus Abstraktion stellt sich als Frage nicht mehr. Wie schneidet man als Künstlerin durch eine vielfach mediatisierte Bild-Welt samt ihren Simulakren hindurch? Pia Arnström stellt sich einem doppelten Unterfangen: Sie stellt sich dem Medien-Bild (oft versinnbildlicht durch die Film- und Pop-Kultur) in einer direkten Konfrontation, mit einem direkten Blick. Und zugleich rüstet sie die uns (ver-)folgenden Bilder ab. Wie sehr kann das abgerüstete Bild noch für sich selbst stehen? Wie sehr sind uns prägende Medien-Bilder an erläuternde Kontexte gebunden? Arnström entzieht vielen Bildern das Fundament – die Farben dünnt sie mitunter bis ins Extrem aus. Zugleich schleichen sich Texte in ihre Bilder ein. Sobald unsere Welt mit dem Rudiment konfrontiert ist, kommt sie ohne Erklärungen nicht aus. Offen bleibt, ob der Text eine Rettung für das Bild sein kann – oder am Ende auch nur "icon" oder Hieroglyphe ist.